Stimmt!

Herstellung

Während seinerzeit die Gewebelagen und der Protektor mit Gummilösung in mehreren Arbeitsgängen verklebt wurden, vulkanisiert man heutzutage den kompletten Reifen auf einen Schlag. Das bringt eine erhebliche Arbeitszeiteinsparnis und eliminiert die einjährige Reifen-Auslagerung. Ein vulkanisierter Reifen, identifizierbar an seinen glatten Reifenflanken und erhabenen Einprägungen darauf, ist sofort nach dem Abkühlen fahrbereit, sein Leichtlaufverhalten ausgesprochen erfreulich. Auf der Strecke bleibt bei diesem neuen Verfahren ein Quentchen Fahrkomfort. Dafür ist der Reifen an den Flanken unempfindlicher geworden. Bei Sonderausführungen zur Mitnahme für unterwegs werden Nylon- oder Kevlarfäden statt der üblichen Stahldrähte eingearbeitet, welche das Reifengewicht zusätzlich um rund 70 bis 90 Gramm runterschrauben.

Durch die Reifen-Vulkanisierung hat sich das geheimnisumwitterte Reifen-"Ablagern" jedoch nicht unwillkürlich mit erledigt. Was steckt überhaupt hinter diesem Mysterium? Nun, neben anderen Beimengungen werden bei modernen Reifen auch sogenannte Weichmacher in ihre Gummimischung gegeben. Diese verdampfen nach und nach (nicht der Gummi, die Weichmacher "riechen" nach Reifen), der Gummi wird härter und spröder. Der Pneu rollt dadurch leichter und es treten weniger Reifenpannen auf. Weil dies ohne Zweifel zu Lasten der Reifen-Griffigkeit geht, sollten zum Beispiel schneidig durch die Kurven flitzende, sportliche Biker die Ablagerung bei ein bis zwei Jahren belassen. Sachgemäß abgelagert werden Reifen (möglichst faltenfrei) in einem mäßig temperierten (15 bis 20 Grad C), abgedunkelten Raum (alter Schrank oder großer Karton). Licht, speziell UV-Strahlen, können eine Depolymerisierung des Gummis bewirken, das heißt, er würde an elastischen Eigenschaften verlieren.

Quelle: www.smolik.de