Kirgisien im Juli

von: uwee

Kirgisien im Juli - 03.08.12 15:37










Im letzten Jahr waren wir auf unserem Weg nach Singapur nur zwei Tage in Kirgistan (auch Kirgisien und Kirgisistan genannt). Es hatte uns super gefallen- obwohl einmal das Zelt absoff und einige Dinge uns voraus nach China entschwanden.....

Unser damaliger Bericht:
Kirgistan Juli 2011

Also beschlossen wir im nächsten "normalen" Urlaub einmal nur dieses Land zu bereisen.
Normalerweise kennt niemand dieses zentralasiatische Land.
Ein Freund meinte dann auch passend: " Ahja! Also in Altötting nach links oder rechts?"

Das Land liegt eingeklemmt zwischen Kasachstan, China, Usbekistan und Tadjikistan.
Es wird von etlichen Gebirgsketten des Tien Shan durchzogen. Der höchste Berg ist etwa 7500m hoch!!!!
Mehr als 50% des Landes liegen höher als 3000m über dem (weit entfernten) Meeresspiegel.
Je nach Quelle besitzt das Land 2200 oder 6600 Gletscher.
Kirgisien ist in etwa so gross wie die alten Bundesländer- rund 200000qkm.
Es gibt relativ wenige Straßen, und davon sind wiederum die wenigsten asphaltiert.
Eine touristische Infrastruktur findet man- wenn überhaupt- in der nicht sonderlich anziehenden Hauptstadt Bishkek und am Südufer des Issyk Kul.
Der Issyk Kul ist der zweitgrößte Hochgebirgssee der Welt und liegt auf gut 1600m Höhe.
Er ist mehr als 11mal so groß wie der Bodensee.
Man hätte schon eine Woche damit zu tun ihn zu umradeln. Aber uns zieht es in die Berge.
Rings um den See stehen schneebedeckte 4000er.
Für Statistikfreaks: er ist mit 704m tiefe der vierttiefste See der Welt und der grösste abflusslose See Zentralasiens. Er ist ganz leicht salzhaltig und war bis zu missglückten Besatzmaßnahmen der Russen sehr fischreich- heute nicht mehr!
Er friert auch im Winter nicht zu und lädt im Sommer durchaus zu einem Bade im kristallklaren Wasser ein.
Mitte Juli hatte er etwa 20°C.


Hier unsere Route:
Route Kirgisien 7/2012

























Ausser gut gefüllten Supermärkten und Basaren hat die Stadt Bishkek nicht viel zu bieten, was zum Verweilen einlädt. Mit den vielen Grünanlagen ist sie aber auch nicht abstoßend. Und Langzeitradler erfreuen sich an einer fast echten bayerischen Wirtschaft mit gutem selbst gebrauten Bier!













Uns zieht es jetzt allerdings raus in Natur und Berge.....

















unser erster Zeltplatz, und auch alle anderen waren ähnlich schön.....


















Die meisten Hunde waren zurückhaltend aber nett.
Ab und an mussten wir jedoch auch mal einen Steinwurf andeuten oder gar ausführen.






Bei der Auffahrt zum Pass kamen wir bereits vormittags an diese schöne Stelle und beschlossen spontan einen "Naturtag" einzulegen. Es war einfach traumhaft schön!
















In der Höhe um die 3000m kann man oft keinen Fuß setzen ohne auf Edelweiss zu treten.




















(Wer findet das Zelt?)
















Der 3586m hohe Töö Ashu Pass wird seit Fertigstellung des Tunnels nicht mehr gepflegt. Mehr als 50% der Strecke müssen wir schieben.







An diesem steilen und vereisten Schneefeld etwa 100 Höhenmeter unterhalb der Passhöhe ist dann allerdings für uns Schluss.
Es wäre lebensgefährlich hier Räder und Gepäck rüberbringen zu wollen.
Umgehen ließe sich das Schneefeld mit leichtem Gepäck, aber nicht mit unseren Rädern. Also retour und versuchen irgendwie durch den Tunnel zu kommen.


























Blick vom Tunneleingang auf besagtes Schneefeld.

Der Tunnel unter dem Töö Ashuu Pass ist etwa 3km lang.
Es heisst, er sei für Radler gesperrt.
Manch einer wurde auch tatsächlich nicht durchgelassen.
Es heisst, der Abgase wegen und fehlender Entlüftung hätte es im Tunnel schon Tote gegeben.
Wir werden allerdings aufgefordert durchzufahren. Gleichzeitig meint man aber, es würde drinnen jedoch ziemlich stinken.
Der nördliche Tunneleingang liegt auf 3110m Höhe- der südliche etwa 80m höher.
Wir lassen uns gegen kleines Geld von einem Transporter mitnehmen.
Der Tunnel ist hoch und einigermaßen gut beleuchtet.
LKW`s dürfen durch Ampelregelung jeweils nur in einer Richtung den Tunnel befahren.
Die Luft darin war nicht so schlecht wie erwartet. Trotzdem waren wir froh den Transporter genutzt zu haben.
Uns war dann allerdings zuviel Verkehr auf der M41 von Bishkek nach Osh.
Wir ändern unsere geplante Route, biegen hinter der Passhöhe nach links ab auf die (unasphaltierte) A367 und fahren über Suusamyr und Chaek zum Song Kul.







Die Landschaften sind grandios- die Straßen eher bescheiden.
Man fährt von rechts nach links und wieder zurück immer in der Hoffnung eine etwas weniger schlechte Spur zu finden. Meist erfolglos!











Viele Schlangen sehen wir nicht!






Jeden Tag gibt es Gewitter. Zum Glück werden wir nicht täglich erwischt. Mitunter stellt man aber auch drei mal am Tag das Zelt auf.





















Eines der wenigen Straßenschilder.

Ich hatte das Glück, dass mir der Andi (2Blattfahrer) auf meinen Garmin die Open Street Map aufgespielt hat und über diese noch die Höhenlinien von der NASA legte. Das war echt genial.
Zur Übersicht reichte uns allerdings die Zentralasienkarte 1:1,7Mio von Reise Know How.
Mehrere genauere Karten ließen uns Britta und Bernd (BaB) in unserem Guest House in Bishkek.
Sie flogen mit dem Flieger zurück, der uns hinbrachte und versorgten uns reichlich mit Informationen.
Noch mal herzlichen Dank an alle drei!!!






Ein ziemlich typischer Laden (Magazin). In jedem Dorf gibt es einen oder auch mehrere. Nur leider gibt es manche Dörfer nur in den Karten. Häufig müssen wir Proviant für mehrere Tage mit uns führen.
Bier und Vodka gibt es immer. Suppen und Tomatenmark meist und manchmal auch Brot, Kartoffeln, Eier, Tomaten und Zwiebeln- sonst kaum Frischware.







































Wir durften auch mithelfen eine Jurte aufzubauen und wurden mit Kumiz (fermentierte Stutenmilch), Brot und Marmelade entlohnt.











Blick auf den in mehr als 3000m Höhe gelegenen See Song Kol.



Fortsetzung folgt!