Also,............,
der Libanon ist total anders als wir es uns in Europa alle so denken.
Der Bürgerkrieg ist lange, lange vorbei.
Du siehst selbst in Beirut kaum noch Spuren.
Die Hotelpreise steigen ins Unermessliche.
Es fahren mehr und größere Mercedes, BMW`s , Audis und Porsche durch den Libanon als durch München!!!
2 000 000 Touristen. Syrer und Jordanier ausgenommen besuchen den Libanon. Dieses Land bekommt deutlich mehr ab vom Touristenkuchen als mein geliebtes Sri Lanka!!!!
Die Kriminalitätsrate ist eine der niedrigsten weltweit.
Aber der Einstieg fiel uns trotzdem nicht leicht....
Wir landen spät, kämpfen uns von 0:00 bis 2:30 auf der Suche nach unserem Hotel durch die dunkelsten Ecken von Beirut.
Die Hilfsbereitschaft ist allerdings überwältigend.
Mehrere Personen rufen unsere Reception an um uns den Weg beschreiben zu können. Nachts um 2:00 !!!!
Wenn der Libanonkrieg Spuren hinterlassen hat in der Psyche der Leute so merkt man dies im Straßenverkehr. Hier wird gefahren ohne Rücksicht auf sich oder auf andere. Ein Graus!!!! Es geht nicht gegen Radler sondern jeder gegen jeden!!!
Wir: "They drive like mad"
Unser libanesische Freund: " No, They are mad!!!"
Wir verlassen die Hauptstadt Beirut über eine 10- spurige Autobahn.
Radfahrer sind gerne gesehen aber eher selten. Bzw, wir sind alleine!!!!
Die Stadt Beirut zeigt sich anfangs nicht von ihrer schönsten Seite:
Uns wurde gesagt, es ginge nur über die Autobahn in den Norden.
Über die Autobahn erreichen wir Byblos, die am längsten durchgehend bewohnte Stadt der Erde- wird uns erzählt......
Wir bekommen eine Einladung zum Ski fahren, können den Großteil unseres Gepäckes mitgeben und genießen jetzt die 40 km von der Küste zum Skiresort Mzaar auf 1850 m Höhe.
Der Plan war genial. Über das Weltkulturerbe Baalbek und die Bekaa- Ebene wollten wir unsere Tour weiter nach Damaskus fortsetzen.
Erst wurde uns mitgeteilt, dass der Pass nach Baalbek- as every year- erst Ende April wieder freigegeben wird.
Nachdem wir dann gerade unseren höhenmeterträchtigen Alternativplan über die Touristenstadt Zahle nach Damaskus ausgearbeitet hatten verkündete uns unser neuer Freund- dreimaliger Mountainbikemeister des Libanons- dass gerade in Zahle eine estnisch/ ukrainische Radgruppe von 7 Radlern entführt wurde.
Die erste Entführung seit 21 Jahren.
Uns vergeht trotzdem die Lust!
So sicher, mit so viel Polizei- und Militärpräsenz wären wir sonst wohl nie nach Syrien gelangt.
Allein es fehlt uns die Lust zwangsweise an der Stelle der Entführung unserer- uns nicht bekannten- Kumpels vorbeizuradeln.
Wir beschließen nun über Zypern und die Süd- Türkei nach Syrien einzureisen.
Nachdem wir uns entschieden haben ist die Fahrt nur noch schön!
Und nur nette und interessante Menschen!
mit Polizeibegleitung darf man auch mal gegen die Einbahnstraße fahren....
wenn man Beirut erst einmal kennt ist es gar nicht mehr so schlimm....
Geld gibt es mehr als genug in Beirut.
Nur ungerecht verteilt!
Bis auf den Straßenverkehr (und natürlich die Entführung) gefiel uns der Libanon super gut!
Wir kommen wieder!
Mit Fahrrad?????
Das wissen wir noch nicht!
Und wenn, dann fahren wir erst per Bus oder Taxi ein Stück raus.
Die ruhigen Bergstraßen sind einfach grandios!!!!!
Gruß
Isabel und Uwe
